Einsprache zur Teil-Überbauungsordnung Baufeld B3 ESP Thun-Nord

Die Regionalgruppe Thun-Oberland des VCS bedauert, dass es keine Mitwirkung zur UeO Baufeld B3 im ESP Thun Nord gegeben hat und hat Einspracheerhoben bei zwei Artikeln (Parkierung und Energie) der Überbauungsvorschriften.

Grundsätzlich wird eine Überbauung bzw. Verdichtung am vorgesehenen Standort begrüsst. Dies führt zu einer besseren Ausnutzung des umliegenden, bereits bebauten Gebietes. Die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr erfolgt durch den Bus mit der Erschliessungsgüte der Klasse C und reicht unseres Erachtens nicht aus, den künftigen Mitarbeitenden das Pendeln mit dem öffentlichen Verkehr attraktiv zu gestalten. Eine Taktverdichtung auf mindestens Güteklasse B ist anzustreben und die Buserschliessung mit der Linie Nr. 4 könnte mit einer zusätzlichen Haltestelle verbessert werden. Die Erschliessung des Areals für den MIV erachten wir mit dem Bypass Thun Nord mehr als genügend. 
Die Bewirtschaftung der Parkplätze wird begrüsst, allerding richtet sich die Anzahl der Parkplätze nach der kantonalen Bauverordnung. Der VCS fordert, dass die untere Grenze vom Artikel 52 BauV  anzustreben ist. Die Anzahl von 25 oberirdischen Kurzzeitparkplätze entlang der Allmendstrasse ist zu reduzieren.
Der VCS vermisst den Bezug zum regionalen Energierichtplan, welcher u.a. die Zielsetzung einer 2000-Watt-Gesellschaft beinhaltet, womit ein ressourcenschonender Umgang mit Boden und Energie erzielt werden soll. Thun ist ja auch Energiestadt. Deshalb muss bei der Planung und Erstellung von Gebäuden ein Beitrag zur Energiereduktion geleistet werden und Verdichtungen und Neubauten von grossen Siedlungen sollen grundsätzlich nach den Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft geplant werden.

Die konstruktive Einspracheverhandlung vom 7. November 2017 hat dazu geführt, dass die VCS Regionalgruppe Thun-Oberland die Einsprache in eine Rechtsverwahrung umgewandelt hat.

Dies, da viele unserer Anliegen berücksichtigt und die für uns wichtigen Punkte beachtet werden oder wir keinen Einfluss darauf haben. 

Verbesserung der ÖV-Anbindung

Erfreulich ist, dass der 10 Min. Takt der Linie 4 auf 2020 geplant ist. Somit wäre eine verbesserte ÖV-Anbindung in Form des 10 Min. Taktes beim geplanten Bezug der Gebäude gewährleistet.
Wir gehen davon aus, dass die Stadt hier die Voraussetzung schafft gerade vor dem Hintergrund, dass die verlangte neue S-Bahnhaltestelle im ESP Thun Nord einen viel längeren Planungshorizont hat.

Parkierung

Im Anbetracht des geplantes oberirdischen Parkings stehen wir den geplanten oberirdischen 25 Kurzzeitparkplätzen nach wie vor kritisch gegenüber. Das Mobilitätsmanagement soll aufzeigen, ob diese nicht reduziert und so angeordnet werden können, dass sie nicht unnötigen Verkehr generieren.

Fahrtenkontingent

Wir nehmen erfreut zur Kenntnis, dass die Stadt Thun ein Fahrtenkontingent erstellen und die Fahrtenbetrachtung über das gesamte Areal betrachten will.
Das Massnahmenblatt Controlling des Richtplans ESP Thun Nord ist darum begrüssenswert.

2000 Watt Areal

Bedauerlich ist, dass im Wettbewerbsprogramm das Anliegen eines 2000 Watt Areals nicht ausgeschrieben wurde. 
Wir hoffen, dass die Stadt Thun künftig bereits frühzeitig entsprechend plant und handelt. Es gilt weiter festzuhalten, dass es dem Investor frei steht, aus freien Stücken zukunftsgerichtet zu bauen.