Mitwirkung Überbauungsordnung "Talackerstrasse" Thun

Gerne nimmt die Regionalgruppe Thun-Oberland des VCS die Einladung an und beteiligt sich an der Mitwirkung zur UeO Talackerstrasse in Thun.

Grundsätzlich begrüssen wir eine Überbauung bzw. Verdichtung am vorgesehenen, mit dem ÖV gut erschlossenen Standort. Dies führt zu einer Verdichtung des umliegenden, bereits bebauten Gebietes. Die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr erfolgt durch den Bus Linie Nr. 2. Diese Linie verkehrt tagsüber bis 20 Uhr mit einem Takt alle 10 min, der der ÖV-Erschliessungsgüte B entspricht und kann als ausreichend beurteilt werden.

 

Artikel 17 Strassenvorland oder Artikel 22 Parkierung Motorfahrzeuge und Motorräder

Im Artikel 17 wird die Vorlandnutzung geregelt. Die im Richtprojekt vorgesehenen 5 Parkplätze entlang der Talackerstrasse beurteilen wir äusserst kritisch. Auf dem Gemeindegebiet Thun werden alle Parkplätze bewirtschaftet. Werden nun private Parkplätze realisiert, die für künftige Dienstleistungsnutzungen vorgesehen sind, führt das erfahrungsgemäss zu Nutzungskonflikten. Wir empfehlen sämtliche Parkplätze unterirdisch zu planen und bei den Parkplätzen für die Dienstleistungsfläche unbedingt eine Bewirtschaftung (auch unterirdisch) vorzusehen.

Artikel 22 Parkierung Motorfahrzeuge und Motorräder

Absatz 1, 2. Lermma
Pro Wohnung dürfen maximal 0.5 bis 0.7 Auto-Abstellplätze erstellt werden.
Begründung: Der Planungsperimeter ist der ÖV-Erschliessungsgüte B zugeordnet (Erläuterungsbericht Seite 8 oben) und die Bushaltestelle Nr. 2 mit 10 Minutentakt liegt in unmittelbarer Nähe, weniger als 2 Fussminuten entfernt. Deshalb eignet sich die Überbauung ausgezeichnet für autoarmes Wohnen.

Absatz 1, 3. Lemma ist zu streichen.
Es sind keine Kurzzeitparkplätze im Vorlandbereich anzulegen. Dafür sind die Veloparkplätze idealerweise in dieser Zone anzuordnen. (siehe Begründung Artikel 17)

Artikel 26 Mobilitätskonzept

Dass ein Mobilitätskonzept erstellt werden soll, ist begrüssenswert und der dazugehörige Artikel zukunftsgerichtet. Die Velospot-Haltestelle und Mobility-Parkplätze sind im Mobilitätskonzept u.a. aufzuzeigen.

Artikel 27 Entsorgung

Wir bezweifeln, dass es hier einUnterflursystem zur Entsorgung im öffentlichen Raum braucht. Es hat ja beim MMM eine. Die Entsorgung soll auf dem privaten Terrain vorgesehen werden.

Artikel 28 Energiekonzept: Ergänzung mit 2000-Watt-Areal

Thun ist Energie-Stadt und hat einen Energierichtplan. Deshalb sollte bei der Planung und Erstellung von Gebäuden ein Beitrag zur Energiereduktion geleistet werden. Verdichtungen und Neubauten von grossen Siedlungen sollen grundsätzlich nach den Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft geplant werden (http://www.2000watt.ch/).

Von daher dürften die geplante Einstellhalle und unterirdischen Bauten die Energiebilanz negativ beeinflussen. Hier gilt es zu prüfen, inwieweit diesem Aspekt durch andere, energiereduzierende Massnahmen Rechnung getragen werden kann. Für die Planung und Erstellung von Gebäuden hat der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) den Effizienzpfad Energie (Merkblatt 2040) definiert. Erste Projekte wurden damit bereits realisiert. Der Effizienzpfad Energie orientiert sich an der Vision der 2000-Watt-Gesellschaft. Er berücksichtigt neben dem Energieverbrauch für den Betrieb erstmals die graue Energie für die Erstellung und die Mobilität. Als Grundlage dienen die Merkblätter SIA 2032 Graue Energie von Gebäuden und SIA 2039 Mobilität – Energiebedarf in Abhängigkeit vom Gebäudestandort. Für eine weitere Planung sollten diese Standards berücksichtigt werden und der Artikel 28 Energiekonzept entsprechend ergänzt werden.
Deshalb fordern wir, dass dieses Areal als 2000 Watt Areal geplant und gebaut wird.