Mitwirkung regionales Entwicklungskonzept Steffisburg

Der VCS hat sich in der Mitwirkung zum regionalen Entwicklungskonzept Steffisburg hauptsächlich den Verkehrsthemen angenommen und diese geprüft.

Zum Fragebogen:

3)   
3.1 ja  Der VCS hat sich vorwiegend den Verkehrsthemen gewidmet.
3.3  Das REK scheint uns ausgewogen. Die Einzonung der Bruchegg wird      abgelehnt, da sie noch mehr Verkehr auf die Unter- und Oberdorfstrasse bringt.

7.2.1   
V1 Abstimmung Siedlung und Verkehr
Die Ausarbeitung von Mobilitätsmanagement ist sehr zu begrüssen. Nur so können bei der Innenentwicklung die Verkehrsaufkommen optimiert und die totale Überlastung der Hauptachsen verhindert werden. Das verkehrsarme Wohnen wird begrüsst. Je nach Erschliessungsgüte kann die Anzahl PP auch unter dem Minimum der BauV angestrebt werden, wenn das Mobilitätskonzept dies ermöglicht. Dazu gibt es ein gutes Beispiele in Ostermundigen (Siedlung Oberfeld https://wohnbau-mobilitaet.ch/beispiele/bestehende-siedlungen-ch/ostermundigen-oberfeld/).

7.2.2  
V2 Optimierung Hauptachsen
Die Optimierung und Aufwertung der Hauptachsen für alle Verkehrsteilnehmenden mittels Betriebs- und Gestaltungskonzepten ist sehr zu empfehlen.

7.2.3  
V3 Stärkung des Fuss- und Veloverkehrs
Die Fuss- und Veloverbindung «Mitte» ist dringend weiter zu verfolgen. Hier wäre eine Velobahn, wie sie von Thun über Steffisburg nach Heimberg bereits existiert unbedingt weiter zu verfolgen. Die Idee des Landschaftsparks Au und die Durchwegung dazu ist sehr begrüssenswert.

7.2.4  
V4 Optimierung öffentlicher Verkehr
Die Tangentialverbindung Dorfzentrum zum Bahnhof Steffisburg wird begrüsst. Vor allem soll die Planung zusammen mit der Stadt Thun gefördert werden.

7.2.5   
V5 Trasseefreiheit Kernumfahrung Thun/Hübelitunnel und Ortsdurchfahrt
Der VCS teilt die Haltung, dass der gemeindeeigene Ziel- und Quellverkehr mittels einem nachhaltigen Umgang mit allen zur Verfügung stehenden Verkehrsmitteln optimiert und verringert werden soll und neue Strassen/Umfahrungen nur Mehrverkehr auslösen.

4)   
Bevölkerungswachstum minimal <1000 Einwohner)
Begründung: Steffisburg ist in den letzten Jahren um 1/3 der Einwohner gewachsen. Es braucht eine Konsolidierungsphase um das Wachstum der letzten Jahre zu verkraften und das zusätzliche Verkehrsaufkommen zu bewältigen.
Das Wachstum soll durch Verdichtung nach Innen durch Aufzonung erreicht werden. Dabei soll der Mehrverkehr mit Mobilitätsmanagement möglichst klein gehalten werden.

5)   
5.1 ja Ein-/Aufzonung Au/Hodelmatte
Wenn die Verdichtung im bestehenden Baugebiet das minimale Wachstum nicht abdecken kann.

5.2 ja Ein-/Aufzonung Stockhornstrasse
Wenn die Verdichtung im bestehenden Baugebiet das minimale Wachstum nicht abdecken kann.

5.3 nein Einzonung Bruchegg
Die Einzonung der Bruchegg wird abgelehnt, da sie noch mehr Verkehr auf die Unter- und Oberdorfstrasse bringt.

5.4 nein Einzonung Glättimüli
Die Einzonung der Glättimüli wird abgelehnt, bevor nicht alle anderen Arbeitszonen verdichtet oder überbaut sind. Grundsätzlich ist sie aber sinnvoll an diesem Ort.

Siedlungsentwicklungskonzept Heimberg

Die Gemeinde Heimberg hat ein grosses Verkehrsproblem: der tägliche Stau. Deshalb ist der Erschliessung der zukünftigen Verdichtungsgebiete grosse Beachtung zu schenken. Eine Verbesserung der Situation kann nur mit einer Begrenzung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und der Förderung des Langsamverkehrs mittels Mobilitätsmanagement und -konzept erreicht werden.

Der VCS fordert, dass die Verkehrs-Auswirkungen der Verdichtung mit einer Begrenzung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und der Förderung des Langsamverkehrs mittels Mobilitätsmanagement und -konzept zu eingeschränkt werden.

Für eine Gemeinde, die sich vom Strassendorf zu einer fast vollflächigen Siedlungsfläche gewandelt und zu einer Agglomerationsgemeinde von Thun entwickelt hat, braucht es jetzt zwingend auch öffentliche Freiräume. Es fehlt ein Freiraumkonzept der Gemeinde. Freiräume tragen bei Verdichtungen sehr viel zur Identifikation bei. Aktuell ist weder ein gewachsener Dorfkern noch ein Zentrum zur Identifikation erkennbar. 

Deshalb fordert der VCS, dass auch die Freiräume/Grünräume bei der Ortsplanungsrevision und im Siedlungsentwicklungskonzept mit eingeplant werden. 

Zu den einzelnen Gebieten:

9 Einzonung Wohnen Alpenstrasse; nicht einzonen

Begründung: Fruchtfolgefläche erhalten oder abtauschen, zuerst bereits eingezonte Flächen (Reserven) überbauen.

13 Umzonung Blüemlisalpstrasse; in ZSF belassen, keine Umzonung
In Heimberg (Agglomerationsgemeinde) wird nun verdichtet, ohne dass für die Bevölkerung ein Angebot im öffentlichen Raum angeboten wird. Ein Freiraumkonzept fehlt und könnte Aufschluss geben, ob nicht genau diese Fläche dazu verwendet werden müsste.

16 Einzonen Arbeiten Heimberg Süd; nicht einzonen. 
Begründung: Zunächst die best. Arbeitszonen verdichten oder eingezonte Reserven aktivieren wie Nr. 1-4 oder x. Eine Einzonung kann in 20 Jahren nochmals überprüft werden.

Alle ZPP Artikel X1-X5 (falls sie je eingezont werden) sind zu Ergänzen mit einem Artikel zur Frei- und Aussenraumgestaltung, zur Begrenzung des MIV und zur Energie. Siehe Vorschlag unten:

Freiräume:
Die Freiräume sollen attraktiv gestaltet werden und als Identifikationspunkt für die neue Siedlung dienen.

Erschliessung:
Zur Begrenzung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und zur Förderung des Langsamverkehrs ist ein Mobilitätskonzept in der UeO zu implementieren und im Baugesuch nachzuweisen.

Energie:
Realisierung der Gebäude in nachhaltiger Bauweise.

Die Neubauten müssen beim gewichteten Energiebedarf des Grenzwerts gemäss KEnV um mind. 10% unterschreiten. Auf eine Unterschreitung kann verzichtet werden, wenn die Einhaltung der Prinzipien der 2000-Watt-Gesellschaft im Baugesuch nachgewiesen wird.

Sofern das Bauvorhaben zum Zeitpunkt der Baueingabe im Einzugsgebiet eines bestehenden Fernwärmenetztes liegt oder dieses rechtlich und finanziell gesichert und bis zur Inbetriebnahme des Bauvorhabens fertig gestellt wird, sind die Neubauten an dieses Fernwärmenetz anzuschliessen. Ansonsten ist ein gemeinsames Heiz- oder Heizkraftwerk zu realisieren.